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Freitag, 2. August 2013

In der Kochruhe liegt die Kraft



Liebster Freundesskreis,

 

wie einige von euch sicher mitbekommen haben, liegt Schatzi derzeit im Krankenhaus. U genau zu sein, wird er gerade operiert. In drei Stunden weiß ich mehr. 

Drei Stunden können aber verdammt lang sein. Und was tut frau, um sich abzulenken? Sie kocht und bäckt. Und ja, sie postet auch darüber, weil frau ja nicht irgendetwas kocht und bäckt, sondern sich natürlich ein Rezept ausgesucht hat, dessen Endergebnisverzehr die Nerven noch zusätzlich beruhigt. Denn die Zutaten, die vorkommen, sind allesamt gespickt mit Vitaminen und Mineralstoffen, die den Stresshormonpegel wieder ein wenig nach unten korrigieren. Nervennahrung also (so heißt auch die neue Rubrik, in der ihr künftig Rezepte für diese BedürfnESSE findet. 


Eines vorweg: Ja, Schoki und andere zuckerhaltige Goodies erscheinen in Stressmomenten verlockend – trösten ja so schön. Und dass wir da gerne zugreifen, ist auch ganz normal: In Belastungssituationen ist das Verlangen nach Süßem umso größer, je mehr Stresshormone ausgeschüttet werden. In Süßigkeiten sind nämlich vor allem Einfachzucker enthalten, die sofort in die Blutbahn gelangen. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel schnellt rasch in die Höhe und im Gehirn wird auch sehr schnell sehr viel von dem Glückshormon Serotonin gebildet. ABER: Der Serotoninspiegel fällt danach auch zügig wieder ab. Und man fühlt sich hinterher noch müder und erschlagener. 

Was also essen? Welche Lebensmittel sind wirklich Nervennahrung?

1. Komplexe Kohlenhydrate

Perfekt ist alles, was komplexe Kohlenhydrate (sprich: Mehrfachzucker) enthält. Der muss durch Verdauung aufgespalten werden – so wird der Blutzuckerspiegel und damit die Konzentrationsfähigkeit und innere Ruhe konstant gehalten
Komplexe Kohlenhydrate befinden sich vor allem in Vollkorngetreideprodukten, Hafer(flocken), Kartoffeln, Hülsenfrüchten wie Erbsen oder Bohnen und vielen Obst- und Gemüsesorten.

 

 

2. Antioxidantien

Auch die Vitamine A, C und E – die sogenannten Antioxidantien – sind echte Nervennahrung. Ein Mangel an ihnen führt zu Nervosität, erhöhter Reizbarkeit, Müdigkeit und Antriebsschwäche.
Während ein Vitamin A-Mangel nur selten vorkommt, ist die Versorgung mit Vitamin C und E gerade bei Stressgeplagten nicht immer gegeben. Die perfekte Lieferanten jetzt im Sommer: Kiwis und Erdbeeren. Beide enthalten mehr Vitamin C als Orangen. 

Vitamin E wird dagegen ausschließlich von Pflanzen hergestellt. Über die Nahrungskette gelangt es in den tierischen Organismus und ist dadurch auch in tierischen Lebensmitteln vorhanden. Die Vitamin-E-Gehalte in tierischen Produkten sind aber deutlich niedriger als in pflanzlichen. Tolle Vitamin-E(nergie)-Lieferanten sind Pflanzenöle wie Oliven- oder Sonnenblumenöl. Auch in Mandeln, Pistazien und Haselnüssen steckt es und in Gemüse. Durch Lagern und Erhitzen entstehen in Lebensmitteln geringe Vitamin-E-Verluste.


3. B-Vitamine

Für starke Nerven unerlässlich ist auch die Vitamine der Gruppe B. Grund: Sie schützen die Hirn- und Nervenzellen vor dem Zelltod und regen die Bildung neuen Nervengewebes an.Ein Mangel an B-Vitaminen kommt recht oft vor, weil sie sehr hitzeempfindlich sind und schnell ausgeschieden werden. Wie dagegen angehen? Vitamin B ist zum Beispiel in Hefe, Weizenkeimen und -keimlingen, Rinder- und Kalbsleber sowie Avocados und Bananen enthalten.

Apropos Bananen: Sie sind die Wunderwaffe gegen flatternde Nerven schlechthin. Denn wie Schoki enthalten sie Tryptophan, das vom Körper in das Glückshormon Serotonin umgewandelt wird. Anders als Schokoriegel und Co. bestehen Bananen aber aus komplexen Kohlenhydraten (siehe Punkt 1). Außerdem liefern sie noch viel Magnesium und Kalium – dadurch wird das Gehirn besser mit Sauerstoff versorgt.

 

Alles klar? Mir schon. Deshalb werde ich jetzt einen Bananenkuchen oder ein Bananenbrot backen – mit Nüssen! Und statt Butter benutze ich Öl. Wenn also das Backen allein meine Nerven nicht beruhigt, werde ich mir nachher ein extragroßes Stück gönnen. Und euch dann das Rezept. 

Bussi, und drückt Schatzi die Daumen! Alles Liebe, Dani  






Freitag, 19. Juli 2013

Beerenstark




 

Liebster Freundeskreis,




nachdem ihr mich auch immer wieder nach "Wie, was, wo wann, warum"-Hintergrundinfos zu bestimmten Lebensmitteln fragt fragt, habe ich eine neue Rubrik eingeführt, zu finden unter dem Label "Warenkunde". Und weil gerade Beerenzeit ist, fange ich heute damit an, euch ein bisserl was über Erd, Him-, Brom- und Blaubeeren und deren korrekte Behandlung zu erzählen. Denn damit die kleinen süßen Vitaminbomben auch richtig gut schmecken – und das nicht nur jetzt, sondern auch noch im Winter – wollen sie schon ein wenig umhegt werden.


Die richtige Wahl treffen


Anders als die meiste anderen Früchte reifen Beeren nach dem Pflücken nicht mehr nach, sondern gehen nur ihrem Ende entgegen. Sie werden also auch nicht mehr süßer durchs Lagern, sondern nur matschiger. Heißt: Reife Beeren aussuchen und schnell weiterverarbeiten. Perfekte Kandidaten haben eine schöne satte Farbe, sind nicht eingefallen. Schälchen, deren Deckel angelaufen ist, meiden – das ist ein Zeichen für überreife Früchte.
Nach dem Kauf unschöne Exemplare, die sich reingeschmuggelt haben, sofort entfernen, damit die anderen Beeren nicht "angesteckt" werden.
 


Die richtige Aufbewahrung

 

Wenn ihr die Süßen nicht sofort esst, bitte vor der Aufbewahrung im Kühlschrank nicht waschen – denn dadurch können die Beeren beschädigt werden und verderben dann schneller! Aber nehmt sie aus der Verpackung, denn wenn die Beeren übereinander liegen, bekommen sie Druckstellen und faulen. Am besten ihr breitet sie auf einem großen Essteller aus. Erd- und Blaubeeren halten sich bis zu fünf Tage im Kühlschrank. Brom- und Himbeeren dagegen nur drei Tage.




Die perfekte Wäsche


Beeren sollte man erst waschen, wenn man sie essen oder verwenden will.

Erdbeeren: Erdbeeren wäscht man am besten in einem Standküchensieb und mit kaltem Wasser. Achtung: Den Strahl nicht zu fest aufdrehen. Die Stiele und Blätter erst nach dem Waschen entfernen, sonst spült das Wasser regelrecht den Geschmack fort.

Blau-, Him- und Brombeeren:
Bitte nicht unter fließendes Wasser halten, dann sind sie nämlich futsch. Füllt einfach eine große Schüssel mit Wasser und stellt das Küchensieb mit den Beeren hinein.

Trocken bekommt übriges alle Arten von Beeren am Besten, wenn man sie auf einer Lage Küchenkrepp ausbreitet.




Einfrieren für später


Beeren lassen sich hervorragend einfrieren: Der Geschmack leidet kaum. Allerdings die Konsistenz, weshalb sich aufgetaute Beeren mehr zur Weiterverarbeitung (Marmelade, Kuchen, Fruchtsaucen ...) eignen als zum direkten Naschen. Im gefrorenen Zustand lassen sie sich auch gut für Smoothies verwenden.
Beim Auftauen verlieren Beeren übrigens etwas von ihrem Saft. Deshalb solltet ihr sicherstellen, dass sie an einer Stelle liegen, wo nichts angesaut werde kann oder ein Küchenkrepp drunterlegen.



Ganze Beeren: Beeren waschen und trocknen wie oben beschrieben. Wenn eurer Gefrierfach groß genug ist, solltet ihr die Beeren, bevor ihr sie in ein Gefriersackerl steckt, auf einem Backblech oder großen Teller ausbreiten, sodass sie nicht übereinander liegen. Blech/Teller wandern dann für drei Tage ins Gefrierfach. Erst danach kommen die Beeren in ein Gefriersackerl oder eine Plastikbox. Vorteil: Die Beeren frieren einzeln und nicht zu einem großen Klumpen zusammen. Das macht das Auftauen schneller und ihr könnt immer die Menge an Beeren entnehmen, die ihr wirklich braucht.

Halbierte/Geviertelte Erdbeeren: Gerade Erdbeeren braucht man ja für manche Rezepte nicht in ihrer vollen Pracht, sondern halbiert oder geviertelt. Weil sich aufgetaute Beeren eher matschig darüber beschweren, wenn sie geteilt werden, könnt ihr Erdbeeren auch schon kleingeschnitten einfrieren. Damit sich an den Schnittflächen nicht zu viele Eiskristalle bilden und die Form zerstören, empfehle ich, sie vor dem Einfrieren etwas zu zuckern und dann noch etwa 15 Minute ruhen zu lassen. Dann wie oben beschrieben vorgehen.

Allgemeine Tipps: Macht das Gefriersackerl nicht randvoll, sonst platzen sie euch vielleicht! Die Beeren können sich nämlich durch die Eiskristalle in ihnen noch etwas ausdehnen. Außerdem lassen sich flach gefüllte Beutel im Gefrierfach besser stapeln.

Hilfreich ist auch, die Beutel zu beschriften: mit dem Einfrierdatum und vor allem der Menge an Beeren, die drin steckt. Dann wisst ihr gleich, ob der Beutelinhalt für das Rezept, das ihr vorhabt, ausreichend ist.

Beeren halten etwa 12 Monate im Gefrierfach durch. Danach ist die Qualität futsch. Aber so lange bleiben sie bei euch ja eh nicht im Tiefschlaf ;-)



Bussi, Dani